18.06.2008

Untersuchung und Urteil über: Die Tobrische Rabenwacht

Angeklagter: Die Tobrische Rabenwacht

Wohnhaft in: http://www.silberraben.net.ms/

Denunziert von: Koram Tassenschock (Name von den Richtern geändert)

Die Anklage:

Die Golgariten der “Tobrischen Rabenwacht” werden bezichtigt, übelste Poserei zu betreiben, Minderjährige zum Waffengang zu zwingen, eine billige Rum-Schwarzwurzelsaftpanscherei als religiösen Trunk zu verherrlichen und des Weiteren unschuldige Koranhänger zu verleumnden.

Die Untersuchung des Falles, samt Beweisaufnahme:

Eine Untersuchung in den Sümpfen des religiös-fanatischen Milieus ist keine leichte Aufgabe. Nicht einmal für die hochwohlgeborenen Schafrichter. Sehr unangenehme Sache.

Aber die zahlreichen blinden Göttinen mit Waagen und scharfen Schwerter sind auf unserer Seite, weswegen wir keinerlei Scheu hegen, uns mit einem alten Raben und so einem vergesslichen Schläfer anzulegen. Frisch auf, ans Werk der Rechtsprechung!

Die Beschuldigten zogen, sobald sie von ihrer gerichtlichen Verfolgung erfuhren, alle Register - und schlossen kurzer Hand ihr Forum. Mit der fadenscheinigen Ausrede, dieses sein von unsäglichen Spamdämonen heimgesucht. Doch so leicht lassen sich die Schafrichter nicht abschütteln! Durch ebenso intensive, wie peinliche Befragung einiger Zeugen, konnten wir uns ein recht genaues Bild vom Treiben jener morbiden Gläubigen verschaffen.

Zum einen scheinen sie, wie viele andere Orden auch (das Wort “Sekte” wollen wir vorerst noch vermeiden), innerhalb ihrer Gemeinschaft relativ straff organisiert zu sein. Sie haben dermaßen viele Titel, dass es uns einfach zu müßig war, sie hier alle auf zu zählen. Wo kämen wir denn sonst auch hin?!

Doch nun zum wesentlichen: Der Anklage! Betreibt die “Tobrische Rabenwacht” Poserei der übelsten Sorte? Nun, es lässt sich wohl kaum leugnen, dass ihre Angehörigen von mehreren Unbeteiligten dabei beobachtet wurden, wie sie sich hektisch für einen extra angereisten Fotografen aufreihten, dabei (meistens) entsprechend grimmig guckten und sich von selbigen besonders vorteilhaft ins Licht stellen ließen. Die Eitelkeit!

Auch die von ihnen selbst veröffentlichen Bildnisse ihrer Mitglieder sind keineswegs einfache Schnappschüsse, sondern vielmehr wohlberechnet. Wie zum Beispiel diese hier:

                     Ratter Rihjan                                 Morla

Wír denken also, zum Thema Übelkeit und Posen muss nichts mehr hinzu gefügt werden.

Und nun die Minderjährigen. Solle es wahr sein, dass diese schwarz-weißen Geflügelanhänger tatsächlich kleine Kinder im Krieg verheizen? Gott des Vergessens hin oder her, so etwas sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Tatsächlich wurde uns bestätigt, dass in ihren Reihen - und zwar ganz vorne! - ein noch lange nicht ausgewachsenes Bürschchen bis unter die Zähne bewaffnet, ehrbaren Feinden Schwierigkeiten zu bereiten versucht. Leider scheint er das bei den Golgariten herrschende Schweigegebot recht ernst zu nehmen, denn auch auf unsere dringlichsten Anfragen hin, erhielten wir von ihm nur ein wages Achselzucken zur Antwort. Die Vermutung, dass dieser Knappe noch nicht volljährig ist, liegt allerdings nahe, denn wir hörten von unseren gewieften Informanten, dass er es “ganz okay” fände, “ohne seinen Papa auf Con zu fahren”. Aha! Also weiter im Text.

Bei unseren akribischen Recherchen fiel uns ein großer, schwerer und den Angeklagten irgendwie zugehöriger Schmied in die Hände, der zwar erst einmal drei unserer besten Gerichtsdiener mühelos unter den Tisch trank, aber nach dem fünften Fäßchen Schnaps doch fröhlich verlauten ließ, nun sei es durchaus an der Zeit, noch ein Gläschen “Golgaris Wacht” zu sich zu nehmen. Leider war keiner unserer Mannen noch körperlich in der Lage, dieser Einladung Folge zu leisten, weswegen die Zusammensetzung dieses Trunkes wohl weiterhin ein ungelüftetes Geheimnis verbleiben wird. Die Tobrische Rabenwacht arbeitet mit allen Mitteln!

Was die Verleumndnungen anbelangt, so können wir aus erster Hand berichten. Ein von uns eingeschleuster Spion hörte den zu diesem Zeitpunkt befahlshabenden Ritter folgende Worte sprechen:

Wenn ich diesen zensiert von einem zensiert Koranhänger erwische, dann knüpfe ich ihn am nächsten Baum auf!”

Und bei weiterem Nachharken:

Korim? Der soll mir nur unter die Augen treten, falls er es wagt, dieser zensiert!”

Harsche Worte, fürwahr, jedoch ob sie verleumnderisch sind, bleibt fraglich, denn der einzige Fürsprecher, den wir für besagten Geweihten des Kor finden konnten, war selbst von zweifelhaften und so blutrünstigem Rufe, dass wir uns nicht länger als unbedingt nötig, in seiner Gesellschaft aufhalten wollten.

Kommen wir also kurzerhand und ohne weitere Umschweife zu unserem Urteil.

Das Urteil:

Die Tobrische Rabenwacht, Schwinge des Heiligen Golgari, Boronis ihres Zeichens, werden der Poserei übelster Art für schuldig erklärt. Sie haben im Zuge dieser Verurteilung ihre Schuldigkeit abzutragen, indem sie folgendes Zitat aus ihrer eigenen Satzung einhundert Male laut auf dem öffentlichem Marktplatze ausrufen:

“Desweiteren fällt in ihren Aufgabenbereich die Seelsorge von geistig Verwirrten.”

Der waffeninvolvierten Beschäftigung zumindest eines noch nicht volljährigen Knabens sind sie zumindest schwer verdächtig; da der Betreffende allerdings selbst sein Los nicht ernsthaft zu beklagen scheint, erachten die Schafrichter nur eine scharfe Ermahnung für notwendig, den jungen Mann auch weiter hin an einem Stück durch die Gegend zu schleifen.

Schwarzwurzelsaftpanscheri konnte den Angeklagten nicht nachgewiesen werden. In diesem Punkt werden sie fürderhin als unschuldig angesehen. Eventuell folgt möglicher Weise eine weitere Anklage an den Schmied der Schwinge, da er drei Gerichtsdiener beschädigte.

Da die Unschuld des genannten Korgläubigen selbst noch unklar ist, kann dem zu Folge auch keine Verleumdnung des Selben statt gefunden haben. Quod erat demunstrandum.

 Die Verhandlung ist geschlossen.

1 Kommentar »

  1. Ich dachte, am Anfang “Koran-Anhänger” gelesen zu haben und war schon drauf und dran die Richter für eine wirklich brisante Thematik und die Auseinandersetzung mit eben jener heilig zu sprechen. Echt.

    Kommentar von Wumpe — 15.09.2008 @ 22:11

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